Frankreich: Direktvermarktung von Windstrom startet 2017

3. März - 2017
Frankreich hat sich vorgenommen, 2020 einen Anteil von 23 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Im vorigen Jahr waren es erst 16 Prozent. Das Energiewendegesetz aus dem Jahr 2015 peilt sogar einen Anteil von 40 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2030 an.

Die französische Regierung und die EU-Kommission haben lange um ein neues Vermarktungsmodell für erneuerbare Energien gerungen, mit dessen Hilfe die Ausbauziele erreicht werden sollen. Nun hat die Unsicherheit ein Ende und Neas Energy plant den Markteintritt.

Mitte Dezember letzten Jahres trat ein lang erwarteter französischer Erlass in Kraft, in dem die Konditionen für die Direktvermarktung von Windstrom an Land für das Jahr 2017 geregelt sind: Die Managementprämie beträgt 2,80 Euro pro MWh und wird für die Dauer von 15 Jahren ausgezahlt. Bis zum 31. Dezember musste diese neue Regelung von der EU-Kommission abgesegnet und veröffentlicht werden - somit startete die Direktvermarktung von Windstrom „onshore“ pünktlich im Januar dieses Jahres.

Die neue Regelung umfasst im Wesentlichen Projekte, die bereits im Laufe des Jahres 2016 eine so genannte Tarifbestätigung von der EDF erhalten haben. Lag der Zeitpunkt des Tarifantrages vor dem 1. Januar 2016, so müssen die Projekte innerhalb von drei Jahren, spätestens aber 18 Monate nach dem Mai 2016 realisiert werden, um in den Genuss der Managementprämie zu kommen.

Die aktuellen Tarifdekrete sehen derzeit keinen Wechsel für Windenergie-Bestandsanlagen vor, obwohl ein solcher Wechsel vom französischen Gesetzgeber ursprünglich in Aussicht gestellt worden war, es sei denn natürlich, die Förderung unter dem alten Regime läuft gänzlich aus.

Französisches Modell ähnelt dem deutschen

"Das Direktvermarktungsmodell in Frankreich ist sehr ähnlich aufgebaut wie in Deutschland", erklärt Eva-Maria Kovre, Leiterin Business Development bei der Neas Energy GmbH. Der Anlagenbetreiber schließt zur Vermarktung seines Stroms einen Vertrag mit einem "Aggregateur" ab, also einem Direktvermarkter wie zum Beispiel Neas Energy.

Die Vergütung setzt sich aus einem Marktindex, der ähnlich berechnet wird wie der deutsche Marktwert, einem Anteil für die zur Verfügung stehende Kapazität, einer gleitenden Marktprämie sowie einer Managementprämie zusammen. Der anzulegende Wert für die Vergütung wird in Ausschreibungen bestimmt.

Eine weitere Anforderung an Direktvermarkter ist in Frankreich das physische Anlagenmanagement: Wer nicht riskieren will, bei negativen Börsenstrompreisen für die Abnahme seines Stroms sogar noch Geld zu bezahlen, muss in der Lage sein, seine Anlagen gezielt zu steuern. In Frankreich ist das doppelt interessant: Summieren sich die Zeiten negativer Strompreise nämlich auf mehr als zwanzig Stunden in einem Jahr, erhalten alle, die ihre Erzeugungsanlagen abregeln, ab der einundzwanzigsten Stunde eine Prämienzahlung. Die Fernsteuerbarkeit ist also auch in Frankreich sinnvoll, aber nicht verpflichtend wie etwa in Deutschland.

Ein Unterschied zum deutschen System ist der Kapazitätsmarkt. Er ist Anfang Januar in Kraft getreten, nachdem ihn die EU-Kommission als beihilferechtlich unbedenklich eingestuft hatte. In Frankreich müssen alle Stromerzeuger und -versorger sowie Lastmanager daran teilnehmen. Sie sind verpflichtet, gemäß ihres Kundenportfolios Zertifikate für Kapazitäten vorzuhalten. "Neas Energy wird als "Aggregateur" in der Lage sein, für seine Kunden die benötigte Zertifikatemenge zu managen, d.h. auch deren Handel auf dem Kapazitätsmarkt zu optimieren", ergänzt Eva-Maria Kovre.

Erfahrung und eigene Software erleichtern Markteintritt

Auch in Frankreich soll die hauseigene Handels- und Direktvermarktungssoftware genutzt werden, die Neas bereits für seine Handels- und Managementaktivitäten in mehreren Ländern Europas einsetzt. Davon würden auch die Kunden mit Portfolios in Frankreich direkt profitieren: kürzlich hat Neas das neue Portal Neas Direct vorgestellt, mit dem Direktvermarktungskunden Ertragsprognosen und aktuelle Einspeisedaten ihrer Windparks einsehen können. Die Daten werden unmittelbar aus der Neas-Direktvermarktungssoftware gewonnen.

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Eva-Maria Kovre, Manager Business Development

Eva-Maria Kovre

Manager Business Developmenteko@neasenergy.com+49 2103 339 9020
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