Ende der EEG-Förderung: Mehr Risiken, mehr Chancen

17. Dezember - 2018
Mit dem Auslaufen der EEG-Förderung müssen sich Wind- und Solarparks am Markt behaupten. Dazu gehört auch, mit Preisrisiken umzugehen zu lernen. Neas Energy puffert diese für seine Kunden ab – und nimmt den Strom bis zu fünf Jahre lang zum Festpreis ab.

Der Countdown läuft. Die Windräder und Solarparks aus der ersten Generation des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sind jetzt 18 Jahre alt. In gut zwei Jahren, am 31. Dezember 2020, endet für sie die komfortable Zeit der festen Einspeisevergütungen. Dann beginnt die Zeit des freien Marktes. Manche hoffen, dass die abgeschriebenen Wind- und Solaranlagen noch viele Jahre lang für wenige Cent Ökostrom für die deutschen Verbraucher produzieren werden. Andere rechnen damit, dass die Rotoren und Paneele abgeschraubt werden.

Fest steht auf jeden Fall: Wer eine alte Anlage hat, sollte jetzt anfangen, zu rechnen und mögliche Chancen und Risiken zu bewerten: Wie hoch sind die Kosten, um die Anlage noch mal für ein paar Jahre fit zu machen? Ist ein Kredit dafür notwendig? Und wie viel lässt sich mit dem Stromverkauf erlösen?

Vor allem die letzte Frage ist schwer zu beantworten. Es liegt schließlich in der Natur des Marktes, dass Preise je nach Angebot und Nachfrage schwanken und schwer vorhersehbar sind. Und die Faktoren, die den künftigen Börsenpreis für Strom prägen, sind ebenfalls unberechenbar: der Kohle-Ausstieg, der Preis für CO2-Zertifikate und das grundsätzliche Strommarkt-Design.

Neas Energy sichert Preisrisiken ab

Für immerhin bis zu fünf Jahren können Wind- und Solarstromproduzenten nun allerdings bei Neas Energy Abnahmeverträge zu Festpreisen abschließen. „Wir nehmen unseren Kunden für diese Zeit das Preisrisiko ab“, sagt Jan Knievel, Originator bei Neas Energy. Ob die Anlagenbetreiber dabei den gesamten Strom zum Festpreis verkaufen, oder nur einen Teil, können sie frei wählen. „Die Preisgarantie hilft zum Beispiel, wenn man für die Ertüchtigung der Anlage noch mal eine nennenswerte Summe investieren muss, und dabei auch die Banken nach Sicherheiten fragen“, erklärt Knievel.

Im Übrigen ist die Garantie eine Frage der persönlichen Risikofreude: Wer auf steigende Preise an der Börse setzt, wird höchstens einen kleinen Anteil seines Stromes absichern. Wer sinkende Börsenpreise einkalkuliert, legt sich lieber heute stärker fest. Wichtig ist bei der Berechnung: Die Preisgarantie gilt jeweils ab dem Zeitraum des Vertragsabschlusses. Wer sich also heute entscheidet, kann seinen Strom bis spätestens Ende 2023 zum Festpreis verkaufen. Der Garantiepreis beruht auf einem Erwartungswert, den Neas Energy aufgrund seiner langjährigen Erfahrung für die nächsten fünf Jahre annimmt. Dabei spielt natürlich auch der aktuelle Preis zum Zeitpunkt des Abschlusses eine Rolle.

Knievel: „Wir empfehlen Interessenten, einen Vertrag schon einmal vorzubereiten. Dann können sie zu einem günstigen Moment den Preis einfach „einloggen“ und haben sich für die nächsten fünf Jahre eine feste Vergütung gesichert“. Für den Ökostromproduzenten gilt dieser Tarif dann für jede produzierte Kilowattstunde, unabhängig vom aktuellen Börsenkurs, ebenso wie die EEG-Vergütung. „Pay as produced“ sagen die Stromhändler dazu. Das sogenannte Balancing, also der Ausgleich von wetterbedingten Abweichungen zwischen Prognose und tatsächlicher Produktion, gehört zum Service des Vermarkters.  

Das Festpreis-Angebot ist auch für die Betreiber neuer Wind- und Solarparks interessant. Bisher kennt man solche Direkt-Lieferverträge, auf Englisch „Power Purchase Agreements“, vor allem aus dem Ausland. Microsoft und Google kaufen in den Niederlanden zum Beispiel Windstrom direkt vom Erzeuger. Das ist in vielen Ländern auch dann erlaubt, wenn der Strom bereits über eine Einspeisevergütung gefördert ist. In Deutschland ist eine solche Doppelvermarktung des Ökostroms allerdings nicht zulässig.

„Bisher hat der Staat über die Einspeisevergütung 20 Jahre lang alle Risiken abgesichert. Für Betreiber und Banken war das sehr komfortabel,“ erklärt Knievel. „In Zukunft müssen die Akteure die Risiken selbst abfangen: Die Stromkäufer, indem sie sich auf langfristige Preisbindungen einlassen, ohne zu wissen, wie sich der Markt entwickelt. Die Investoren, indem sie höhere Absatzrisiken in Kauf nehmen.“ Im Gegenzug für die Risiken winken neue Renditechancen. Damit ist zumindest klar: Die Akteure im Ökostrom-Geschäft werden sich verändern. Umso wichtiger wird es, Partner mit langjähriger Erfahrung in der Preis- und Risikobewertung auf dem Strommarkt zu haben.

Ihr Ansprechpartner bei uns: Jan Knievel, Tel. +49 40 22 86 76 952

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